Step 01 - Entrostungsarbeiten
 
Eine erste Bestandsaufnahme im Motorraum zeigt eine einigermassen gesunde Substanz auf: Es finden sich zwar einige rostige Stellen, aber nach eingehender Bearbeitung mit auf der Flex montierten Stahldraht- und Schleifbürsten zeigt sich unter dem Rost stabiles Blech. Nach gründlicher Reinigungs und Entfettung des gesamtem Motorraumes mit Waschbenzin und Nitro-Verdünnung werden die blankgeschliffenen Stellen noch mit einer soliden Schicht Rostschutz Grundfarbe versehen. Wichtiges Detail am Rande: Hier muss unbedingt eine Grundfarbe auf Nitro Basis zum Einsatz kommen! (Im guten Fachhandel nach wie vor erhältlich). Verwendet man hier Acryl basierenden Rostschutz Grund - womöglich gar noch einen wasserlöslichen - dann kann das zu bösen Überraschungen führen: Entweder greift der Acryllack den alten Kunstharzlack an, oder es gibt später beim Lackierer ein böses Erwachen: Der (ebenfalls Nitro basierte) Füller lässt sich nämlich samt der Unterlage aus wasserlöslichem Lack nach dem Aushärten wie ein Film abziehen! (Ich spreche hier aus eigener schlimmer Erfahrung aus einem anderen Restaurierungsprojekt!)

Rasch noch ein Blick in den Innenraum: Auch hier wurde über die Bodenbleche eine dicke Schicht einer merkwürdigen weissen Farbe gekleistert. An einigen Stellen zeigt sich aber auch auf dieser Lackschicht schon wieder Rostbildung, bzw. es fällt eine verdächtige Bläschenbildung auf. Dies lässt im ersten Moment nichts Gutes vermuten. Ein erstes probeweises Blankmachen des Bodenbleches bringt aber unter einer solchen verdächtigen Stelle noch solides Blech. Also: Scheinbar doch nur überlackierter Flugrost.

Nunmehr ist der Innenraum an der Reihe. Wie ja schon gesagt, sind die Bodenbleche sowie teilweise auch die Schweller mit einer dicken Schicht weisser Farbe bedeckt. Da sich diese Schicht den ersten Reinigungsversuchen der mit einer Drahtbürste ausgestatteten Flex hartnäckig widersetzt, bleibt nichts anderes übrig, als diese Schicht mit Heissluftgebläse und Spachtel abzuschaben, erst danach kommen die rotierenden Draht- und Schleifbürsten zum Einsatz. Der restliche Innenraum weist lediglich reichliche Verschmutzungen und Einiges an Oberflächenrost auf, nach reichlichem Einsatz der diversen Bürsten ist dieser Bereich dann fertig zum Grundieren

Der Kofferraum ist eigentlich nur stark verschmutzt beziehungsweise ist rund um den Bremsflüssigkeitsbehälter der Lack weg und das Blech angerostet. Nach reichlichem Bürsteneinsatz ist auch dieser Bereich sauber und kann grundiert werden. Auf alle Fälle machen die behandelten Flächen nach dem zweimaligen Streichen mit Rostschutzgrund bereits einen recht sauberen Eindruck: Das Ergebnis entschädigt für die 8 Stunden Arbeitseinsatz und die gewaltige Dreckarbeit!

Nun geht die "Drecksarbeit" erst richtig los: Die Radkästen sind an der Reihe. Eine herrliches Gemisch aus altem Unterbodenschutz, Dreck und Flugrost breitet sich auf den betroffenen Flächen aus, und leistet mächtigen Widerstand gegen seine Entfernung. Im Klartext heisst das zunächst alle betroffenen Flächen mit Heissluftpistole und Spachtel vom reichlich aufgetragenem Unterbodenschutz befreien. Danach die verbliebenen Reste des Unterbodenschutzes mit Waschbenzin und Nitroverdünnung abwaschen. Erst jetzt kommen die diversen rotierenden Bürsten zum Einsatz, um den Flugrost zu enfernen, und die Flächen blank zu machen. Jetzt nochmals entfetten und Rostschutzfarbe auftragen.

Das gleiche Prozedere gilt für den gesamten Unterboden: Reichlicher Einsatz von Heissluftgebläse und Spachtel, Waschbenzin, Nitroverdünnung, Bohrmaschine und Flex mit Drahtbürsten. Danach Entfetten des gesamten Unterbodens und Grundieren mit Rostschutzfarbe. Nun werden noch die Seitenschweller mit der Flex und der Topfdrahtbürste von einer dicken Schicht Steinschlagschutz befreit. Darunter verbirgt sich aber gesundes Blech, welches zwar verbeult, aber bis auf einen kleineren Rostschaden noch in Ordnung ist. Da bei den Entrostungs- und Säuberungsarbeiten nun auch alle grossen und kleinen Rostschäden und sonstige Defekte am Blech zu Tage gekommen sind, ist nun auch der Zeitpunkt gekommen, die Karosserie in bewährte Spenglerhände zu geben. Sprich: Finger weg von Blecharbeiten, wenn man es nicht gelernt hat!

Die letzten unbearbeiteten Teile der Karosserie sind nun dran: Kofferraumdeckel, Motorhaube und Abschlussblech des Motorraums. Die Motorhaube weist gottseidank nur einige Flugroststellen auf, die bloss mit der rotierenden Drahtbürste gesäubert und dann grundiert werden müssen. Die Originalmotorhaube ist leider einmal beschädigt worden, daher wird auf einen Reserveteil zurückgegriffen. Doch auch dieses Teil weist neben den obligaten Flugroststellen, die ja relativ leicht bearbeitet werden können, leider auch ein paar Dellen und Beulen auf, also: ab damit nach der Vorbehandlung in bewährte Spenglerhände!

Den schlimmsten Eindruck macht das Abschlussblech des Motorraums: Reichlich Dreck, Unterbodenschutz, Steinschlagschutz und Rost. Also: Zunächst her mit Heissluftpistole und Spachtel und weg mit Unterboden- und Steinschlagschutz. Danach sorgfältiges Reinigen mit Waschbenzin und Nitroverdünnung. Nun kommen Flex, Bohrmaschine und Drahtbürsten zu ihrem Einsatz gegen den Rost. Am blanken Blech tauchen dann noch zwei kleine Duchrostungen und ein paar Beulen auf. Also: Rostschutzgrundfarbe auf das blanke Blech und ab auch mit diesem Teil zum Spengler.

Step 02 - Reparatur
 
Zur Durchführung der Spenglerarbeiten hat sich gottseidank eine für mich ideale Möglichkeit ergeben: Ein hilfsbereiter Clubkollege, der sowohl über die Ausrüstung als auch über das nötige Fachwissen verfügt, hat sich netterweise bereit erklärt, die Reparaturarbeiten gemeinsam mit mir durchzuführen. Im Klartext heisst das: Die reine Blecharbeit (Schweissen und alles was dazugehört) wird von ihm durchgeführt, bei den "Nebenarbeiten" (sprich Spachteln und Schleifen) darf ich ran.

Nach einem Arbeitszeitraum von einer guten Woche ist natürlich schon einiges an Arbeit geschehen. Zeit also, für einen kurzen Zwischenbericht und ein paar Bilder!

Es ist geschafft: Nach einem Zeitraum von circa 4 Wochen sind die Spenglerarbeiten beendet. Die Rostschäden sind behoben, und alle Löcher und Bohrungen, die im Laufe der Zeit für Zusatzblinker, Positionslichter und sonstiges Zubehör in die Karosserie geschnitten wurden, sind wieder verschlossen. Ebenso sind die Ausnehmungen für die Rückleuchten, die einmal im Zuge einer "Modernisierung" vergrössert wurden, um den Einbau der Rücklichter des Nachfolgemodells zu ermöglichen, wieder auf das korrekte Mass verkleinert worden.

Nach den Schweissarbeiten und der anschliessenden "Feinarbeit" mit Karosseriespachtel und Schleifpapier wurden dann noch alle blanken Blechstellen mit Rostschutzfarbe versiegelt und sämtliche Blechfugen mit frischer Fugendichtmasse versehen. Damit ist die Karosserie nun bereit für eine Neulackierung. Also: Rauf damit auf den Autoanhänger und ab zum Lackierer!

Step 03 - Lackierung
 
Auch für die Lackierung konnte eine für mich günstige Variante gefunden werden: In unmittelbarer Nähe meiner Garage hat ein Schrauberkollege eine Lackierwerkstätte, dorthin wurde die fertig gespenglerte Karosserie gebracht. Bei den Vorarbeiten, sprich Füller auftragen und schleifen, darf ich mit ran, lediglich die heikle Lackierarbeit selbst macht dann der Fachmann in Alleingang

Nach einem Arbeitszeitraum von gut zwei Wochen ist die Karosserie schon fast fertig für die Decklackierung. Zeit also, für einen kurzen Zwischenbericht und ein paar Bilder!

Es ist geschafft: Nach 4 Wochen erstrahlt der 600er in neuem Glanz. Die gesamte Aussenhaut, der Innenraum, der Kofferraum und der Motorraum sind nun in einem schönen originalen "Verde Chiaro" lackiert. Ich habe diese Farbe ausgesucht, da einerseits der Originalfarbton aufgrund einer vor langer Zeit erfolgten Komplettlackierung in einem bei dieser Serie nie verwendeten Himmelblau nicht mehr genau festgestellt werden konnte (es sind bei der Demontage sowohl hellblaue als auch hellgrüne Farbflecken an "geschützten" Stellen zum Vorschein gekommen), und da des weiteren das zarte Hellgrün dem 600er ganz gut passt!

Um etwaige Schäden bei der Montage der Front-, Heck- und Seitenscheiben zu vermeiden (so eine Arbeit sollte doch besser jemand machen, der es kann) habe ich meinem Kollegen auch die bereits mit neuen Dichtungen versehenen Scheiben zum Einbau überlassen, und er hat mir netterweise diese Komponenten nach der Lackierung perfekt in die Karosserie montiert. Nun steht als letzte Arbeit an der Karosserie noch die Demontage des Fahrwerks und die Lackierung des Unterbodens an.

Step 04 - Lackierung des Unterbodens
 
Nachdem die Karosserie aufgebockt und vom Fahrwerk befreit wurde, konnten die bisher noch "versteckten" Stellen des Unterbodens von altem Unterbodenschutz, Schmutz und Rost befreit, und nach gründlicher Säuberung grundiert werden. Nach entsprechender Trockenphase des Rostschutzgrundes, war es nun an der Zeit, den Unterboden passend zur restlichen Karosserie zu lackieren.

Mit einem Assortiment an Pinseln und einem ausreichenden Quantum an Lack ausgestattet, geht es an´s Werk: Da nunmehr alle Flächen frei liegen, und der Decklack auf der Grundierung ausgezeichnet haftet, ist die ganze Arbeit bereits nach 3 Stunden erledigt, und auch der gesamte Unterboden und die Radkästen erstrahlen in einem wunderschön glänzenden "Verde Chiaro"!

Nach einer entsprechenden Trocknungsphase des Unterbodenlackes wird die Karosserie nun noch mit Hohlraumschutz behandelt. Anschliessend steht einer Wiedermontage des 600er nichts mehr im Wege!

 
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